„Wir wollten aufklären!“

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„Wir wollten aufklären!“

14,90 

Erscheint am 23.04.2018

 

Wir hielten das sechste Flugblatt der Weißen Rose in Händen. Aber die, die es geschrieben hatten, waren deshalb von den Nazis hingerichtet worden. Wir sagten uns, jetzt gibt es niemanden mehr, der sich um Aufklärung bemüht, damit wir uns wieder auf unsere inneren Werte besinnen. Wer sollte jetzt den Menschen die Augen öffnen, wer sollte ihnen jetzt die Wahrheit über das verbrecherische Regime sagen? Ganz spontan entschlossen wir uns: Wir müssen das weitermachen! An die Gefahr dachten wir dabei nicht.

 

Produktinformation

€ 14,90 [D]
Erscheint am 23.04.2018
100 Seiten, Softcover
ISBN: 978-3-9813380-4-1

Artikelnummer: 000584072 Kategorien: , Schlüsselwort:

Beschreibung

Dr. Anne-Barb Hertkorn

Seit 1987 arbeitet Dr. Anne-Barb Hertkorn freiberuflich als wissenschaftliche Autorin. Sie ist Nachlassverwalterin von Marie-Luise Schultze-Jahn.

 

Anne-Barb Hertkorn (Hg.):

 

„Wir wollten aufklären!“ – Marie-Luise Jahn und ihr Widerstand im Zeichen der Weißen Rose

 

„Wir hielten das 6. Flugblatt der Weißen Rose in Händen.

Aber die, die es geschrieben hatten, waren deshalb von den Nazis hingerichtet worden.

Wir sagten uns, jetzt gibt es niemanden mehr, der sich um Aufklärung bemüht, damit wir uns wieder auf unsere inneren Werte besinnen.

Wer sollte jetzt den Menschen die Augen öffnen, wer sollte ihnen jetzt die Wahrheit über das verbrecherische Regime sagen?

Ganz spontan entschlossen wir uns: Wir müssen das weitermachen!

An die Gefahr dachten wir dabei nicht.“

(Marie-Luise Schultze-Jahn)

 

Bleischwer lagen die finsteren Zeiten über München, als Hans Leipelt am 29. Januar 1945 in Stadelheim hingerichtet wurde. Der Zweite Senat des Volksgerichtshofs hatte ihn am 13. Oktober 1944 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Wehrkraftzersetzung, Feindbegünstigung und Rundfunkverbrechen“ zum Tode verurteilt. Seine Freundin und Mitstreiterin Marie-Luise Jahnwurde zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Dabei hatten die beiden Studierenden nichts anderes getan, als das sechste und letzte Flugblatt der Weißen Rose nach der Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst weiterzuverbreiten sowie Geld für die mittellose Witwe des ebenfalls hingerichteten Professors Kurt Huber zu sammeln.

 

Ihr selbstständiges Denken und ihr mitmenschliches Handeln, ihre „humanitas“, galt den Richtern jedoch als ein todeswürdiges Verbrechen.

 

In Zeiten, in denen das unveräußerliche Recht des Menschen auf freie Selbstbestimmung einer fanatischen Ideologie sowie ihrem systematisch ersonnenen und akribisch ausgeführten Terrorapparat geopfert wird, münden für Menschen, die ihre „humanitas“ nicht an die Zeit verlieren wollen, alle Probleme in die Fragen:

Wie entziehe ich mich den tyrannischen Forderungen?

Wie bleibe ich trotz aller Drohungen frei?

Wie schaffe ich es, mich nicht hinter den Vorwand zu flüchten, dass die Gewalt zu stark und es darum sinnlos sei, sich ihr mit Worten in den Weg zu stellen?